Meine Lieben
Euren lb Brief von 9.6 haben wir erhalten freuen uns
Euer Wohl draus zu entnehmen, auch wir sind
G.L. gesund. Daß unsere Lieben im Frankfurt sind
werdet Ihr schon wissen, sie haben ein möbeliertes Zimmer
daß schlimmste ist ja noch daß Ihr Kist mit einen Fracht-
dampfer unterwegs ist, die haben wirklich Plag mit ihren
auswandern, kann man den Eltern nicht anfordere? ab
sonst was machen daß sie schneller nach U.S.A. können,
bei Tante Marianna ging es doch wirklich schnell. Unsere
Gold angelegenheit ist nun erledigt. Friedrich wird die näheres
darüber berichten. Manfred hat uns sehr ernst geschrieben,
u. sich weiter erboten. Ich verstehe nicht warm du dich lb.
Leopold über jede Kleinigkeit so aufregen kannst, du hast doch
mit niemanden was zu teilen, Ihr seid gesund u. beschäftig
was wollt Ihr den noch mehr. Gertrud ihr Bruder hat bis
heute nichts, da hat er noch sehr mit Scheuend zu tun,
schreibt aber doch zufrieden, der ist nur froh daß er heraus
ist. Hast du mit deine Erfindung noch nichts erreichen können.
Wenn du mir einen Gefallen erweisen willst dann
möchte ich Euch bitten d.h. wenn Ihr Geschäftlich abkomm
kannst doch zu Esras Barmitzfah zu fahren, du bist der
Gevatter, Esra würde sich sehr freuen, wegen der Ein-
ladung von Ludwig braucht Ihr Euch bestimmt nicht rügen
die haben nicht Zeit viel freuen zu machen, die machen
es uns genau so aber wir wissen wie es gemeint ist,
da kommt auch nochmal eine Einladung, an uns schrieb Klara daß
2
sie Euch eingeladen hätten u. hoffen auch bestimmt daß
Ihr kommt. Was kann die den an die Mayerfelds liegen, wenn
sie Mienes machen, macht Ihr auch, aber es wird ihnen auch
vergangen sein wie uns allen, man lebt halt so dahin ins
ungewisse. Die Feier ist Schabbes Nachamu am 29. Juli
Ihr gibt die Uhr u. 25 Dollar für mich, daß nimmst? du
von dem Geld wo wir dir überweisen lassen. Von England
schrieben sie uns noch nichts von einer Verlängerung, wenn
es wirklich länger dauern sollte, den? müßte halt Justins
Bruder dafür einspringen die kosten für der Kist zu tilgen.
Nun muß ich schließen, Friedrich will auch noch anfangen.
Noch herzl Grüße einige Küsse Euer Ernst Mama Hermine
Meine Lieben! Wir entnahmen gerne Euren Zeilen daß es Euch gut
geht & ist auch dies bei uns der fall. Die Sendung ist nun wieder in
meinem Besitz mit cc hfl. 100 Unkosten. Die Unkosten sind per Nachnahme
erhoben aber es scheint mir da etwas nicht zu stimmen. Unterlagen für
die Spesen habe ich nur über $23.64 dagegen wurden nochmals für Fracht
$20. berechnet die aber weiter nicht aufgeführt sind. Die gesamten Kosten
$43.64 sind von der dort.(igen) Niederlassung der Bluefiresveem nachgenommen worden.
Ich könnte ja auch hier bei Bluefiresveem um Aufklärung anfragen, aber
die nun haben dann doch erst zurück fragen, deshalb möchte ich dich lb.
Leopold bitten wann es dir möglich ist dort der Sache einmal nach-
zugehen bezw. zu erkunden den für was die $20 sind. Zerlege dir die Unter-
lagen über die Sache bei die ich bekommen habe. Am Freitag 23. da
ließ ich dir durch Ned. Middenstandsbank im Maastricht if.(?) Scheck $717.34 überweisen. Daran sind der lb. Mama $135, der Rest ist also mir, 582. Für die lb. Mama hat außerdem Ludwig $1060 & für mich $540 im Besitz. Wie kann
man denn das Geld am besten anlegen? Wieviel zahlen die Sparbanken
an Zinsen? Ich nehme an nicht zu viel, denn auch hier werden wir
7½% vergütet. Anläßlich Esras Barmizvah gebe bitte für uns $10.
Ich könnte ja Ludwig schreiben daß er es meinem Gelde entnehmen
solle aber ob er das dann tut weiß ich nicht. Von Justin und Hertha
hatten diese Woche einen großen Brief worin aber nicht erwähnt
war daß die diejenigen die schon aus D. heraus sind länger auf Ihr
Einreise im U.S.A. warten müßten. Ich hoffe daß es dir lb. Leopold
nicht zu viel Arbeit verursache & danke dir schon heute
für deine Mühe. Mit vielen Grüßen Euer Friedrich.
Wir freuen uns immer von Euch zu hören, daß Ihr gesund seid was ist also
heute die Hauptsache. Recht herzl. Grüße auch von uns. Euer Gertrud.
My dears,
We have received your dear letter of 9.6 and we are
to gather that you are content and praise God we are also healthy.
That our loved ones are in Frankfurt you already know, they have a furnished room.
The worst part is that their crate is on its way with a cargo steamship, they certainly have a lot of aggravation with their emigration. Can one not ask the parents if there is not something that they can do to come to the U.S.A. faster, for aunt Marianna it went very fast. Our gold matter is settled. Friedrich will give you the details. Manfred wrote us very gravely and volunteered again. I don’t
understand why you, dear Leopold, can get upset over each little thing, you don’t
have to share anything with anyone. You are healthy and busy, what more could
you want? Gertrud’s brother till today still has nothing, since he has to contend with
shyness, but writes though that he is satisfied, just happy to be out.
Have you not been able to achieve anything yet with your invention?
If you want to do me a favor, I would ask you, if you can arrange it
businesswise, to go to Esra’s bar mitzvah, you are the
godfather, Ersra would be very happy; as to the invitation from Ludwig you certainly do not need to complain, they don’t have much time for celebrating,
they do it exactly the same to us, but we know how it is intended, also
another invitation will come. Klara wrote to us
2
that they had invited you and certainly hope that you will come. What can one attribute to the Mayerfelds when they make a face, you do it also, and they will forget as we all do, one lives in uncertainty. The celebration is Shabbos Nachmu
the 29th of July. Give the watch and $25 for me, taken from the money I transferred
to you. From England, they have not yet written about a delay, if it actually does take longer then Justin’s brother must step in and settle the costs of the crate.
I must close, Friedrich wants to start. Heartfelt greetings and kisses.
Your earnest mama Hermine.
My Dears! We happily gathered from your lines that things are good with you and which is also the case for us. The remittance is again in my possession with about 100 hfl of expenses. The expenses are higher for payment on delivery but it seems to us not to add up. I only have details for the expenses above $23.64, however a further $20 is charged for freight that is not listed. The total cost
of $43.64 were collected by the local branch of Bluefire Storage. I could ask Bluefire Storage for clarification, but they then respond with questions, therefore I would like to ask you dear Leopold if it is possible for you to follow this matter at your location, specifically to inquire what the $20 is for. Analyze the documents that I have received concerning this matter. On Friday the twenty-third I transferred, through the Netherlands Middenstandesbank in Maastricht, a check to you for $717.34. Included is $135 from dear Mama, the rest is from me, $582. Additionally, for dear Mama Ludwig has $1060 & for me $540 in his possession. How can one best invest the money. How much interest do the savings banks pay? I assume not too much, since here we receive a return of 7½%. On the occasion of Esra’s bar mitzvah give him $10 for us. I could write to Ludwig that he should withdraw it from my money, but if he would do that I don’t know. From Justin and Hertha we received a long letter this week, but what was not mentioned was that those who are already out of Germany have to wait longer for entry into the USA. I hope that this does not cause too much work for you dear Leopold and thank you already today for your efforts. Also many greetings to your wife Liesel. (from Friedrich)
We are always happy to hear from you, that you are healthy, which in these times is the most important. Most loving greetings also from us. Your Gertrud.
